BOMBENSICHERE KASERNE HAERLEM


Militärisches Wohnen

LandkartenStreng, solide und funktional. Dieser Backsteinkoloss hatte unverkennbar einen militärischen Zweck. Es waren die bombensicheren Baracken. Die Klassenzimmer boten mehr als 300 Männern einen sicheren Unterschlupf. Hier schlief, arbeitete und wohnte das Personal der Küstenbatterie an der Front I-II. Hauptsächlich Artilleristen an der Küste, aber auch eine Handvoll Ingenieure und Krankenschwestern. In einigen Klassenzimmern mussten bis zu 28 Personen schlafen.

Soldaten und Unteroffiziere schliefen im Keller. Es gab auch 2 riesige Zisternen. Über den anderen Etagen wurden weitere Schlafsäle eingerichtet. Die Ränge und Klassen waren streng getrennt, denn so sollte es auch sein. Auf Straßenniveau befanden sich das Wartezimmer, das Krankenhaus, die Küche und die Toiletten. Im obersten Stockwerk, neben dem Telegrafenamt, residierte der Festungskommandant.

Es herrschte Ordnung und Disziplin. Es gab für alles ein Rezept. Das musste es sein. Bei so vielen Menschen in der Kaserne waren Disziplin und Hygiene von großer Bedeutung. Darüber hinaus hat die Armee in der Vergangenheit nicht immer die besten Leute angezogen. Alkoholmissbrauch war ein großes Problem. Wer die Ziellinie überquerte, musste mit saftigen Strafen rechnen. Die großen Strafkammern im hinteren Teil des Treppenhauses sind die stummen Zeugen.

Trotzdem hatten es viele Soldaten hier ganz gut. Das Essen war gar nicht so schlecht. Sauberes Wasser kam aus der Pumpe. Baden Sie einmal pro Woche. Saubere Kleidung. Wer krank war, ging zum Arzt. Alles nach den Maßstäben der damaligen Zeit. Doch viele Wehrpflichtige mussten zu Hause mit weniger auskommen.

Solide gebaut

KaserneZwei Giebelsteine weisen auf die Baujahre hin. 1880 ging der Spaten in den Boden. Im Jahr 1881 wurde die Flagge gehisst. Zunächst wurden 768 Holzpfähle gerammt. Zehntausende von Ziegeln bildeten das Gebäude. Auf dem Dach eine meterdicke Bodendecker, um Granaten zu ersticken. Alles Handarbeit, vom ersten Stapel bis zur Fertigstellung. Für weniger als 100.000 Gulden.

Die Rückwand ist 80 Zentimeter dick. Die Seitenwände 2 Meter. Das gewölbte Dach 1 Meter. Die Trennwände im Inneren sind ebenfalls 1 Meter dick. Das massive Backsteingebäude ist unter einer großen Schicht aus Sand und Lehm verborgen. Nur die Fassade blieb sichtbar. Von der angreifenden Seite abgewandt. Das zusammen machte die Kaserne bombensicher.

Aber nicht für lange. Im Jahr 1885 erfand ein Franzose eine neue Art von Sprengstoff. Mit ihnen gefüllte Granaten hätten die Kaserne zertrümmert. Die Erfindung löste eine Krise in der Befestigungstechnik aus. Ziegel kamen aus der Mode. Ingenieure suchten Zuflucht im Beton. In "Fort Haerlem" – wie die Kaserne im Volksmund in Hellevoetse genannt wird – blieb alles beim Alten. Und es blieb das markanteste Militärgebäude der Festung.

Aktuelle Nutzung

Das Gebäude wird derzeit von drei Institutionen genutzt:

  • Scouting Hellevoetsluis
    Als Teil von Scouting Netherlands bietet dieser Verein Kindern im Alter von 5 bis 23 Jahren ein natürliches und abenteuerliches Spiel an.
  • Musikerberatung Hellevoetsluis (MOH)
    Gibt Musikern die Möglichkeit, ihr Hobby in verschiedenen Räumen im Keller der Kaserne Haerlem auszuüben.
  • Hellevoetsluis Defence Works Foundation (Fronttaal)
    Diese Stiftung organisiert verschiedene Aktivitäten, um auf das besondere militärische Erbe von Hellevoetsluis aufmerksam zu machen.

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